21.8.07

Gartenhaus: Sonnen und andere ranklatschen lassen

Am Sonnabend waren wir bis spät in der Nacht auf dem Dresdner Stadtfest. Liquido spielten vor der Semperoper. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen! Entsprechend müde und arbeitsfaul war ich am Sonntag. Da traf es sich gut, daß ich ohnehin (fast) nichts machen konnte.

Wir hatten nämlich Besuch. Meine Tante und mein Onkel waren angereist. Diesmal war es jedoch nicht der Elektro-Onkel, sondern der Bau-Onkel. Ist schon praktisch, wenn die Mutter zwei mit dringend benötigten Fachleuten verheiratete Schwestern hat ;-)

Durch die Entfernung des Außenputzes am letzten Wochenende haben wir uns, was weitere Arbeiten am Haus angeht, selbst etwas unter Zugzwang gesetzt. Allzu lange sollte man die Wände nicht unverputzt lassen, den Winter konnten wir schon gar nicht rankommen lassen. Da waren wir natürlich sehr dankbar, daß meine Tante und mein Onkel kurzfristig aus Leipzig zu uns kamen, um die Lage zu begutachten.

Nach kurzer Begutachtung und der Erörterung, welche Wandverkleidungen sonst noch in Frage kämen, legte mein Onkel auch gleich richtig los. Zuerst versuchte er, auf einer Seite des Hauses das Fundament freizulegen. "Versuchte" deshalb, weil es sowas wie ein Fundament nicht gibt. Wir hatten das schon früher festgestellt, aber er konnte es nicht recht glauben. Im Grunde ist das Haus auf Sand und Bauschutt gebaut worden.

Damit ist es nicht allein, denn fast alle älteren Lauben der Gartenanlage stehen nur auf Dreck. Das hängt damit zusammen, daß das gesamte Gelände früher mal eine Bauschutthalde war, die ab 1924 nach und nach zur jetzigen Gartenanlage umgestaltet wurde, um armen Dresdnern eine Möglichkeit zu geben, sich mit selbst angebautem Obst und Gemüse zu versorgen. Die meisten Lauben wurden denn auch unter minimalem Kostenaufwand errichtet. Dies gilt erst recht für die Häuschen, die 1945 oder kurz danach erbaut wurden und in erster Linie ausgebombten Bürgern als neue Unterkunft dienten. Dazu gehört unseres. Wahrscheinlich wurde es schnell und unter Verwendung von Ziegeln zerstörter Stadthäuser (darauf deuten schwarze Brandspuren auf einigen Backsteinen zumindest hin) hochgezogen.

Aber zurück zu den Arbeiten vom Wochenende:

Auch wenn ein Fundament nicht zu finden war, bestand Einigkeit darüber, daß der unterirdische Teil der Wände gegen Nässeeintritt geschützt werden muß. Das Material hierfür (Bitumenkleisterdings) hatten wir aber nicht vorrätig. Da er nun aber gerade so schön am Arbeiten war, ließ sich mein Onkel davon gar nicht aufhalten, meinte, es müsse sowieso alles vorgeputzt werden, um Risse

Gartenhaus

Gartenhaus

und unebene Stellen

Gartenhaus

auszubessern, schnappte sich einen unserer drei Zementmörtel-Säcke, rührte alles an und begann, mit dem "Ranklatschen" (wieder einen Fachausdruck gelernt). So klatschte er und klatschte, bis kein Zementmörtel mehr übrig und immerhin ca. ein Drittel der Seitenwand vorgeputzt war.

Verputzen (01)

Und was taten wir in der Zwischenzeit?

Nicole rettete unsere Ehre und werkelte fleißig an ihrem Wetterschutz, der das Dach am hinteren Giebel etwas verlängern sollte. Ich hingegen saß in Arbeitsklamotten in der Sonne und unterhielt mich mir meiner Tante, trank Kaffee, aß Kuchen (da durften die Arbeiter natürlich auch mal eine Pause machen) und ließ ansonsten den Lieben Gott einen guten Mann und unsere Laube eine alte Hütte sein.

Naja, umso mehr ist diese Woche noch zu tun. Es müssen die Wände rundherum bis ca. 40 cm Tiefe freigelegt und mit Bitumenkleisterdings eingestrichen werden. Der alte Putz, der noch überall rumliegt und spätere Arbeiten behindern würde, muß in den Bauschuttcontainer, der gestern schon den alten Ofen




















geschluckt hat.

Ofenabriß

Dann müssen wir ein kleines Gerüst ausleihen und ordentlich Material einkaufen, denn am kommenden Wochenende soll schon wieder rangeklatscht werden.

Wenn es in dem Tempo weitergeht, haben wir wirklich bald nix mehr zu tun und müssen weiterziehen - als Sanierungsnomaden sozusagen.

16.8.07

Gartenhaus: Wie bei den alten Römern

Wassersysteme konnten sie ja bauen, die Römer. Lange Zeit galt ihr Wissen um die Aquäduktbautechnik als verschüttet - bis unter dem am Wochenende entfernten Putz der Villa Auenlaenderum uralte Wandmalereien zum Vorschein kamen, welche sich als Baupläne für ein ebensolches Aquädukt entpuppten.

Nicole machte sich dann gestern gleich an die Arbeit. Es galt das Regenwasser vom Dach über eine komplizierte Konstruktion den Zisternen zuzuführen, welche hinter dem Haus ihren Platz erhielten. Zur Umsetzung griff Nicole gestern allerdings auf moderne Materialien zurück: ein Fallrohr mit zwei Abzweigungen und natürlich Regentonnen. Letztere, vier an der Zahl, wurden nebeneinander auf einem eigens dafür gemauerten Podest (man soll ja mit der Gießkanne noch unter den Auslaßhahn kommen) aufgereiht. Die beiden hinteren wurden miteinander verbunden und fangen das Regenwasser der einen Dachhälfte auf, während die beiden vorderen Tonnen über besagtes Aquädukt an die Regenrinne der anderen Dachhälfte angeschlossen wurden.

So stehen die nicht allzu dekorativen Tonnen an einem nicht einsehbaren Plätzchen und nehmen keinen Platz für Beete weg.

Wasserreservoir

Heute regnet´s hier übrigens. Da kann sich das System gleich richtig bewähren.

Melonenernte

Ist so saftig, wie sie aussieht, die Zuckermelone.

reife Zuckermelone

Daß sie geerntet werden wollte, konnte man gut an der gelben Färbung der Schale und an dem angenehmen Geruch, der einem in die Nase stieg, sobald man sich auf ca. einen Meter näherte, erkennen. Zwei grüne, geruchslose Melonen sind noch dran, vielleicht reifen die ja auch noch.

Wenn die globale Erwärmung weiter mitspielt, probiere ich nächstes Jahr mal Wassermelonen. Die sind im Sommer noch erfrischender und mir persönlich schmecken sie auch einen Tick besser.

15.8.07

Stockrosenexperiment Teil IV - Und sie blühen doch!

Na, wer hätte das gedacht?! Nachdem ich die Stockrosenaufzucht im letzten Jahr völlig falsch angegangen war, bestand wenig Hoffnung, daß sie das neue Gartenjahr erleben, an Blüten war gar nicht zu denken.

Nun, überlebt haben sie alle. Einige bringen sogar unsere jungen Heckenpflanzen in arge Bedrängnis, so daß Nicole sie lieber heute als morgen umsetzen würde. Jetzt haben sie aber nochmal einen Aufschub rausgeschunden, denn eine Pflanze setzt Blüten an.

Stockrosen (06)

14.8.07

Gartenhaus: Muskelkater

Wie angekündigt, haben wir uns über´s Wochenende schweres Gerät ausgeliehen, einen Boschhammer. Da der Putz noch nicht überall von alleine abgefallen war, mußte er irgendwie runter. Im Vorstromzeitalter hatten wir schon mit Hammer und Meißel angefangen. Auf diese Weise, hätten wir aber noch lange zu tun gehabt. Mit dem Boschhammer ging´s dagegen relativ fix, wenngleich es nicht minder anstrengend und schweißtreibend war.

Putzentfernung (02)

Putzentfernung (03)

Trotz aller Technik kam auch die traditionelle Methode zum Einsatz, einfach, weil es so noch schneller ging.

Putzentfernung (01)

Ganz fertig sind wir allerdings noch nicht. Außen ist zwar fast alles ab, was runter mußte, aber innen wartet noch ein bißchen Arbeit auf uns. Dort haben wir erstmal die schicken "Glasfliesen" von der Wand

Glasfliesen

und dem Fußboden (!)

Putzentfernung (04)

entfernt.

So ein Wochenende kann eben verdammt kurz sein... Andererseits konnte ich den Boschhammer am Sonntag schon kaum noch halten und war gar nicht böse, ihn wieder aus der Hand legen zu können ;-)

8.8.07

Gartenhaus: Licht am Ende des Gartens

Wenn man sich ein marodes Haus - und sei es nur ein Gartenhaus - ans Bein bindet, ist es vorteilhaft, wenn man Fachleute in der Familie oder im Bekanntenkreis hat.

Seit Montag haben wir Strom in unserem Gartenhaus! Die Getränke sind schon kalt gestellt.

neue Elektroinstallation

Zu verdanken haben wir das (Strom und Kühlschrank) meinem Onkel. Der reiste am Montag Vormittag mit Sack und Pack an. Sogar einen Stromgenerator hatte er dabei.

Generator

Dann werkelte er bis in die späten Abendstunden, und das ist das Ergebnis:

Endlich Licht!

So langsam wurde es aber auch Zeit, denn so ganz ohne Strom ist das (Gärtner-) Leben schon recht beschwerlich. O.k., das bißchen Rasen kann man auch mit dem Handrasenmäher einkürzen, aber die noch anstehenden Bauarbeiten wären ohne Strom eine echte Qual geworden. Einiges an Putz haben wir ja schon von Hand mit einem Hämmerchen abgehackt. Danach hat man platte Daumen und Muskelkater und so richtig vorwärts geht´s auch nicht. Jetzt wird wohl bald ne dicke Hilti zum Einsatz kommen - ratz fatz runter mit dem alten Putz!

Auch das Shreddern von Gartenabfällen ist jetzt wieder möglich. Wieder? Ja, denn wir hatten ja schon mal Strom - "leihweise" von Nachbarn per Verlängerungskabel. Damit war aber im März ganz plötzlich Schluß, und das kam so:

Gleich nach Übernahme unseres Gartens boten uns Nachbarn (Mutter und Sohn, nicht die, von denen wir immer Pflänzchen bekommen) an, daß wir ihre Außensteckdose nutzen könnten, bis wir selbst Strom haben. Man hätte da so ein elektronisches Zählerchen, das man einfach zwischen Stecker und Steckdose schaltet, so daß man die Kosten exakt ablesen kann. Klasse (!), dachten wir, eine echte Hilfe.

Ab und zu nutzten wir den Strom von nebenan zum Sägen, einmal haben wir geshreddert und ein paar Mal was gebohrt.

Im November dann fragte ich Söhnchen Nachbar, was ich ihm schuldig sei. Zur Antwort winkte er ab und meinte, der Zähler zeige 50 Cent. Ich solle es vergessen.

Dieses Jahr benötigten wir den Strom anfangs kaum, bis ich eines schönen Tages Platz in den überquellenden Kompostern schaffen und dazu eine Runde shreddern wollte. Ich lieh mir also den Shredder aus, stöpselte ihn ans Kabel und... nix! Also klopfte ich bei Nachbars und fragte die herbeieilende Mutter Nachbarin, ob sie unseren Strom anstecken könne. Die schnippische Antwort ließ mich rätselnd zurück: "Euer Strom? Wir brauchen die Steckdose nämlich auch manchmal!" "Gut, klar, selbstverständlich, war nicht so gemeint!" Nun steck schon an, meine Leihgebühren laufen, dachte ich. Und sie tat es schließlich auch.

Ich häckselte also vor mich hin und dachte dabei immer wieder über Mutter Nachbarins Reaktion und darüber nach, welche Laus ihr wohl über die Leber gelaufen war.
Nach getaner Arbeit schaffte ich den Shredder zurück. Als ich wiederkam und noch etwas aufräumen wollte, sprach mich der andere Nachbar (der Pflanzenschenker) an und erkundigte sich vorsichtig, ob ich schon mal über eine Baustromanlage als Zwischenlösung nachgedacht hätte. Ihm wäre es ja egal, aber die Nachbarin hätte gefragt. Da war alles klar! Aus irgendeinem Grund paßte es ihr plötzlich nicht mehr, daß wir ihren Strom nutzten, und anstatt es mir selbst zu sagen, tratschte sie mit dem Nachbarn. Der war, weil einseitig informiert, dann auch der Meinung, wir würden uns den Strom "leihen". Daß ich die Bezahlung längst angeboten hatte, konnte er ja nicht wissen.

Da ich es mir mit Mutter und Sohn Nachbar aber nicht unbedingt verderben wollte, tat ich, was ich eigentlich schon länger mal vorhatte: Ich kaufte ihr ein gutes Fläschchen Rotwein und ihm ein Faß Radeberger. So bepackt klopfte ich am nächsten Tag an ihre Laube. Heraus kam Mutter Nachbarin. Ich überreichte ihr meine Präsente und bekam zum Dank ein "Na das ist ja mal eine Geste!" Außerdem hielt ich noch einen Fünf-Euro-Schein in der Hand. Kaum hatte sie den entdeckt, fauchte sie, das würde aber nicht reichen. Auf meine Frage, wie das denn sein könne, schließlich hätte der Zähler im November doch nur 50 Cent angezeigt und seitdem hätten wir kaum mit Strom gearbeitet, erwiderte sie, der Zähler funktioniere doch gar nicht richtig, ihr Sohn hätte ihn schon gar nicht mehr angeschlossen und außerdem sei er dämlich, weil er auf die Bezahlung verzichtet hätte. Ferner könne ich mir ja wohl denken, daß wir nicht nur Strom für 50 Cent verbraucht haben können.
Sie holte dann einen handschriftlichen Zettel herbei, auf dem sie den Durchschnittsverbrauch der Jahre 2000 bis 2005 vermerkt und mit dem Verbrauch 2006 verglichen hatte. Den Mehrverbrauch, der nach ihrer Rechnung € 12,- ausmachte, schrieb sie allein uns zu. Den Zettel könne ich "zum Beweis" behalten. Ja was für ein Beweis soll das denn sein? Der höhere Verbrauch könnte genauso gut auf das lange Gartenjahr und darauf zurückzuführen sein, das Sohn Nachbar länger als sonst in der Laube wohnte und Fernseher, Radio, Satelliten-Receiver, Kühlschrank, Licht und Herd nutzte.
Aber egal, ich wollte mich nicht rumstreiten, gab ihr 12,- Euro und verzichtete auf die "Abrechnung". Dann drehte ich mich um und wollte mich an die Gartenarbeit machen. Mutter Nachbarin quarkte aber nochwas über ihre finanzielle Lage, was ich mir notgedrungen noch anhörte, bei mir aber keine Schuldgefühle auslöste. Hätten sie ihren Mund früher mal aufgemacht, wäre ich der Letzte gewesen, der sich um die Bezahlung des Stroms gedrückt hätte. Kein Verständnis habe ich aber dafür, erst nix zu sagen, Frust anzustauen, mit den Nachbarn zu tuscheln und mich schließlich vollzunöhlen, wenn ich mit einer freundlichen Geste auf sie zukomme.
Noch am Abend diese Tages haben wir unser Verlängerungskabel eingeholt. Seitdem hatten wir keinen Strom mehr - bis Montag - und keinen Kontakt zu den Nachbarn - bis heute - (und was Mutter Nachbarin angeht, kann´s von mir aus so bleiben, warum der Sohn nicht mehr über den Zaun schaut, ist mir unklar).

2.8.07

Gemüse: Gurkenmißbrauch

Geschehen auf einer Familienfeier, deren Teilnehmern wir Gurken mitgebracht hatten:

P1020285

Gemüse: rosa Kartoffelbrei

Es ist nun schon ein paar Wochen her, daß wir unsere Kartoffeln geerntet haben.

Den geringsten Ertrag brachten die Heidenieren (im Foto links oben). Vielleicht war ihr Standort zu schattig. Bei den Ora gab´s ein paar gammelige Exemplare. Die Schwarze Ungarin (im Foto rechts unten) aber fühlte sich bei uns aber offensichtlich recht wohl - guter Ertrag, nix verfault.

Da das Auge bekanntlich mitißt, hat Red Cardinal (Foto links unten) einen entscheidenden Vorteil: Man kann aus ihr wunderbar rosafarbenen Kartoffelbrei herstellen, da das Fruchtfleisch von kleinen farbigen Äderchen durchzogen ist. Da fällt mir ein, daß wir das ja eigentlich während des Besuchs von Nicole´s Schwester und ihrer Tochter machen wollten - verpennt! Aber Kindern gefällt sowas bestimmt. Schließlich färbt die Nahrungsmittelindustrie nicht umsonst vieles bunt ein, was sie ans Kind bringen möchte. Unser Kartoffelbrei wäre da eine ganz natürliche Alternative gewesen.

Kartoffelernte 2007

28.7.07

Kleingartenleben: Gfrd.

Für alle Nichtkleingartenspartengartenpächter: Gfrd. = Abkürzung Gartenfreund. Ergänzt um den Nachnamen des Gfrd. ergibt sich die offizielle Anrede unter Gfrd´en (Diese Formalien werden allerdings allenfalls auf offiziellen "Empfängen" des Vereinsvorstands eingehalten.). Ich bin also gewissermaßen Gfrd. Auenländer.

Gfrd. zu sein, setzt im Grunde nur voraus, daß man ein Freund des Gartens und Gärtnerns ist, nicht, daß man mit allen Gfrd´en befreundet ist oder sich auch nur einer gewissen Freundlichkeit befleißigt.

Letztes Wochenende hatten wir eine Begegnung unter Gfrd´en, die dies bestätigte:

Unser Garten liegt unmittelbar neben einer unbefestigten Straße, die von den wenigen Anwohnern dieser Gegend und von einer Menge Gfrd´e genutzt wird, die möglichst nah an ihren Gärten parken möchten. Theoretisch kann man über diese Straße aus zwei Richtungen an die Eingangstore der Gartenanlage heranfahren, die meisten Gfrd´en nutzen jedoch die Zufahrt bei unserem Garten, da die Straße im hinteren Teil einige tiefe Spurrinnen und Dellen aufweist, die man seinem Auto nicht unbedingt zumuten möchte.

Allerdings befand sich auch auf Höhe unseres Gartens ein solches Schlagloch. Bei Regen bildete sich regelmäßig ein kleiner See, den man kaum trockenen Fußes passieren konnte. Eines Sonntags rafften wir uns auf, dieses Loch zu verfüllen. Unter nicht zu verachtenden Anstrengungen und mit Hilfe von Hacke, Spaten und Rechen ebneten wir die breite Delle ein. Da es kurz zuvor gerade wie aus Kannen geschüttet hatte, glich sie nun einem Schlammloch. Wenn es aber hätte in Ruhe austrocknen können, wäre eine ebene Fläche entstanden.

Tja, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär...

Da wir uns ausgerechnet einen Sonntag für diese Arbeit ausgesucht hatten, kamen natürlich viele Gfrd´e, die ihre Gärten aufsuchen wollten. Wir baten sie unter Hinweis auf das noch nicht ausgetrocknete Füllmaterial, doch entweder zu Fuß weiterzugehen oder vom anderen Ende der Verbindungsstraße an den Garten heranzufahren. Mit unserer Bitte stießen wir anfangs auf allgemeines Verständnis, auch ein anerkennendes "Hat sich endlich mal jemand gefunden." wurde gemurmelt.

Dann jedoch nahte Gfrd. Poplitz (richtiger Name dem Auenländer bekannt, Ähnlichkeiten rein zufällig) samt Gattin. Auch sie baten wir, zunächst mit freundlichem Lächeln und entsprechenden Gesten, nicht weiterzufahren und den kleinen Umweg zu nehmen. Kaum geschehen, fuchtelte Frau Gfrd´in Poplitz bereits wild mit Ihren Armen hinter der Windschutzscheibe herum und lief langsam rot an. Gfrd. Poplitz entstieg seinem Wagen und entgegnete auf unsere nun mündlich vorgetragene Bitte und die Begründung hierfür, er würde schon seit 42 Jahren diesen Weg benutzen und es sei ihm nicht zumutbar, andersherum zu fahren, da dort die Schlaglöcher zu groß seien(!).

Fällt da nicht was auf? Einerseits beklagt er tiefe Schlaglöcher, andererseits zeigt er nicht den geringsten Respekt für die Arbeit derer, die sich der Verfüllung eben dieser Löcher angenommen haben. Der Hinweis, er könne ja dieses eine Mal auch zu Fuß gehen, brachte ihn nun gänzlich an die Grenze eines Schlaganfalles. Das könne man von ihm nicht verlangen, weil...? Ach ja, richtig, er nutzt diesen Weg ja schon 42 Jahre! Inzwischen war auch Frau Gfrd´in Poplitz wie eine Furie aus dem Wagen geschossen, und meckerte, das wahre Problem seien die vielen Autos, die am Straßenrand geparkt würden und angeblich Rettungsfahrzeugen die Zufahrt versperrten. Mal abgesehen davon, daß unser Auto stets auf einem bezahlten Stellplatz steht, hatten die Parkgewohnheiten anderer absolut nichts mit dem Zustand der Straße zu tun. Egal, Hauptsache man hat was zu zetern!

Die beiden schickten sich nun an, unsere behelfsmäßige Eimer-Absperrung zu beseitigen, wobei wir ihnen nicht länger im Wege standen. Man gab uns noch den Tip, wir könnten uns ja beim Vereinsvorstand beschweren. Dann stiegen sie in ihren Sonntagsfahrer-Kleinwagen und versenkten ihre Räder in unserer Schlammgrube.

Nicole rief Ihnen noch ein herzliches und unüberhörbares "Ich hasse Gartenzwerge!" hinterher; der Frust mußte schließlich irgendwie raus. Die vorgeschlagene Beschwerde beim Vereinsvorstand werden wir uns dagegen sparen. Das ist nicht unser Stil, aber ganz sicher der des Gfrd. Poplitz. Darauf möchte ich wetten!

Dank der Kooperation vieler anderer blieb es im wesentlichen bei der Poplitz´schen Spurrinne und nur in dieser bildet sich bei Regen noch eine kleine Pfütze.

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Obst: Besenschnitt vom Profi

Ich sag´s ganz offen: Manchmal fehlt mir die Lust, mich mit etwas eingehend zu befassen. Zu diesen Dingen zählt der Obstbaumschnitt. Die überflogenen Anleitungen in einigen Büchern und im Internet ließen mich ratlos zurück und konnten mich irgendwie nicht wirklich motivieren, mich auf dem Gebiet weiterzubilden.

Zum Glück grillen wir ja nun öfter mal, seit wir den neuen Grill haben. Was das mit dem Obstbaumschnitt zu tun hat? Nun ja, letztens waren wieder mal Freunde zu Gast. Unter ihnen befand sich auch ein promovierter Kirschblütenbestäuber, wie wir ihn aufgrund seines Arbeitsplatzes gern nennen. Der kennt sich bestens mit dem Baumschnitt aus, weshalb ich ihn zunächst eingehend hierzu interviewte und ihm schließlich nach dem dritten Bier die Gartenschere in die Hand drückte. Solche Gelegenheiten muß man nutzen!

Nicole konnte gar nicht hinsehen, als er zur Tat schritt. Kaum, daß er etwas mehr Blätter hatte und nicht mehr wie ein Besen aussah,

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ließ ich unseren Kirschbaum wieder in einen verwandeln (ginge auch als Vogelscheuche durch).

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Ich baue nun auf das Versprechen des Herrn Dr., daß schon bald sowas wie eine Krone zu erkennen sein wird.

Rezepte: Bald gibt´s wieder

Kürbissuppe!

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Gartenhaus: Sonnenbrand

Das "stille Örtchen" haben wir seit der Übernahme des Gartens nicht angerührt. Die Tür blieb zu, es gab Wichtigeres und Angenehmeres zu tun. Irgendwann vor ca. zwei Wochen warfen wir dann doch mal einen Blick rein. Nachdem wir uns die Konsequenzen einer Weiternutzung, insbesondere das ab einem gewissen Pegel unausweichliche Ausschöpfen der unter dem Plumpsklo gelegenen Grube, kurz bildlich vor Augen geführt hatten, entschieden wir uns spontan für den Verzicht auf eine Toilette. Also raus mit der Kloschüssel samt Deckel. Dieser war in einem dekorativen Grün gehalten. Da er nur sein dunkles Kämmerlein gewöhnt war, verbrannte er gleich, als wir ihn vor der endgültigen Entsorgung an einem sonnigen Plätzchen zwischenlagerten. Passende Farbe für nen Klodeckel, nicht wahr?

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13.7.07

Obst: Pfirsichbaumklau

Ich hatte es ja schon geschrieben: Pfirsiche gedeihen hier bei uns recht gut. Auch in einigen umliegenden Gärten. Aus einem hat Nicole in einem Ausbruch unbändiger krimineller Energie zwei (fast) reife Früchte über den Zaun hinweg stibitzt. Zu Testzwecken natürlich! Die Früchte haben, nach kurzer Lagerzeit, gestern den Geschmackstest bestanden. Zufällig hatte ich auch gerade gestern - unter gedanklichem Hinzufügen einiger Satzzeichen und Kommata sowie Korrektur der auffälligsten Rechtschreibfehler* - einen Beitrag im Gärtner-Blog gelesen, der sich mit Mangosamen und deren Befreiung aus dem harten Kern beschäftigte. Davon inspiriert, beschloß ich, den Pfirsichsamen aus seinem Panzer zu holen und mit ihm den Grundstein für eine zukünftige reiche Pfirsichernte zu legen. Zunächst legte ich ihn aber auf feuchte Wattepads, bedeckte ihn mit Folie und stellte das "Treibhaus" an ein helles Plätzchen. Mal sehen, ob´s was wird mit dem "geklauten" Pfirsichbaum. Mehr zum Versuch demnächst auf diesem Sender!

P1020266

*Eigentlich bin ich in dieser Beziehung tolerant, neige nicht zu oberlehrerhaftem Verhalten, habe die Weisheit selbst nicht mit Löffeln gefressen und schieße sicher auch einige Orthografie- und Grammatikböcke, aber diese Texte ohne Punkt und Komma an Buchstabensalat sind eine echte Herausforderung für mich, der ich mich nur des brauchbaren Inhalts wegen stelle. Kritik - ganz sicher. Böse gemeint - ganz sicher nicht.

12.7.07

Blütezeit: Die Vogtländer blühen hier richtig auf

Voriges Jahr hatte ich aus Mathias´ Garten für unser Hügelbeet ein paar wenige Zentimeter lange Stücke einer mir nicht namentlich bekannten Steingarten-/Bodendeckerpflanze mitgenommen. Die Vogtländer sind eigentlich für ihre Heimatverbundenheit und eine gewisse, zur Veranlagung der übrigen Sachsen in Kontrast stehende, Reisefaulheit bekannt. O.k., ich versteh´s ja. Ist ne schöne Ecke dort. Aber anderswo ist es auch nicht übel! So z.B. in unserem Garten, wo sich besagte Pflanze ordentlich ausbreitet und sogar blüht.

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Gemüse: Und die...

... werden sich auch über den zurückkehrenden Sommer freuen, unsere Paprikapflanzen, die derzeit kleine weiße Blüten haben.

Paprikablüte

Der Eine oder die Andere mag sich wundern, daß hier sogar Paprikapflanzen wachsen, wo doch andernorts schon Tomaten ihre liebe Mühe haben, aber Dresden liegt eben in einem Kessel, der sich ganz ordentlich aufheizen kann. Außerdem sind bedingt durch die geschützte Lage und den Fluß auch die Winter recht mild. So kann man hier eben nicht nur Melonen und Paprika anbauen, sondern auch Kiwis, Pfirsiche, Nektarinen, Wein etc.. Elbflorenz eben - auch in gärtnerischer Hinsicht.

Und das gilt nicht erst, seit die globale Erwärmung in aller Munde ist. Schon zu tiefsten DDR-Zeiten war ein Ausflug in den Garten meiner damals noch in Dresden lebenden Tante lohnenswert, denn Pfirsiche gab´s in meiner Heimatstadt so gut wie nie zu kaufen...

Samstag 31, Sonntag 34

Das sind die laut wetter.com zu erwartenden Wochenendtemperaturen für Dresden. Da werden sich nicht nur die (Sonnen-) Blumen freuen, sondern auch die Melonen, Tomaten, Gurken und Auenländers. Weniger glücklich wird damit allerdings Lisa sein, die sich wieder irgendwo ein kleines Schattenplätzchen suchen muß. Naja, selbst schuld! Was trägt sie auch immer Pelz, noch dazu schwarz?!

PS: Kürzlich fragte mich Nicole mal, ob ich den Tag vor dem Sonntag häufiger Samstag oder Sonnabend nenne. Tja, keine Ahnung. Habe noch nicht mitgezählt. Gerade eben habe ich allerdings, ohne auch nur darüber nachzudenken, "Samstag" geschrieben. Vielleicht ist das ja ein Indiz. Ich habe aber den Eindruck, daß der Sonnabend in unseren Breiten gebräuchlicher ist, was sich auch mit den Ausführungen von Bastian Sick zu Herkunft und Verbreitung der beiden Bezeichnungen für den sechsten Wochentag decken würde.

11.7.07

Gemüse: Besuch vom Nachbarn

Auch dieses Jahr haben uns unsere Nachbarn wieder einen Kürbis aus ihrer Überproduktion geschenkt. Der hat auch schon eine kleine gelbe Kuller.

Gleich drei Kullern wachsen allerdings an einem Ausläufer einer auf dem Kompost des Nachbarn beheimateten Kürbispflanze, der zum Teil über den Zaun zu uns herübergewuchert ist. Mal sehen, ob für die zwei Kürbisse, die auf unserer Seite wachsen, noch genug Kraft übrig bleibt oder die Pflanze sich beim Aufpumpen des ersten Ballons schon völlig verausgabt.

Kürbis aus Nachbars Garten

10.7.07

Gemüse: Sieht doch nicht alles gleich aus

Noch vor etwas mehr als einer Woche konnte man Gurken und Melone bei nur flüchtigem Hinsehen kaum voneinander unterscheiden.

Damit ist es nun vorbei. Jetzt kann selbst ich erkennen, daß das

Zuckermelone (02)

ne Gurke ist und das

Gurken

ne Melone.

Oder umgekehrt...

Vermessen

Vom Boden bis zum oberen Rand der Blüte (ohne Blütenblätter) mißt sie 2,56 Meter. Da war meine Schätzung doch schon nah dran.

Nachdem Sisah mir in den Kommentaren schon freudig mitgeteilt hatte, daß ihre Sonnenblume deutlich über drei Meter in den brandenburgischen Himmel ragt (und wahrscheinlich schon eine Gefahr für den BBI anfliegende Flugzeuge darstellt), gebe ich mich offiziell geschlagen. Nichtsdestotrotz können weitere Höhenrekorde natürlich hier gemeldet werden.

Der Vollständigket halber hier nochmal ein Bild unseres "Wolkenkratzers":

Riesensonnenblume (02)

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